Warum das Telefonieren im Ausland teuer werden kann

Kurz bei den Lieben anrufen, einen Blick in die Mails werfen und noch schnell die Speisekarte im Restaurant übersetzen? Bekannte Handlungen, die im Ausland schnell teuer werden.

Verantwortlich dafür sind die sogenannten „Roaminggebühren“.

Obwohl in der Europäischen Union (EU) die Kosten für das „Roaming“ seit Jahren fallen, soll nach dem Willen der EU erst ab 2015 Schluss damit sein.

Kostenfalle Mailbox

Eine besondere Kostenfalle stellt der Anrufbeantworter von Handy und Smartphone dar – die Mailbox. Hier wird technisch gesehen die Umleitung eines eingehenden Anrufes auf eine spezielle Mailboxnummer initiiert. Dabei ist zwischen der absoluten und bedingten Umleitung zu unterscheiden.

Bei der absoluten Umleitung werden alle Anrufe auf die Mailbox umgeleitet – auch wenn das Gerät selbst eingeschaltet ist und beispielsweise SMS empfangen jedoch keine Anrufe durchgestellt werden.

Handy im Ausland

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Bei der bedingten Umleitung werden Anrufe nur dann auf die Mailbox umgeleitet, wenn Sie nicht erreichbar sind – beispielsweise weil das Gerät ausgeschaltet oder nicht mit dem Mobilfunknetz verbunden ist.

Bei der absoluten Rufumleitung auf die Mailbox sind alle Anrufe Dritter kostenlos, egal ob Sie sich im Ausland oder in Deutschland befinden.

Bei der bedingten Rufumleitung (Standardeinstellung bei den meisten Geräten) fallen für jede Rufumleitung auf die Mailbox doppelte Roaming-Gebühren an – und zwar für die Weiterleitung des Anrufes vom deutschen in das ausländische Netz sowie für die Umleitung aus dem ausländischen wieder zurück auf die deutsche Mailbox.

Seit dem 1. Juli 2010 dürfen Anbieter in der EU keine Entgelte mehr für die Umleitung auf die Mailbox verlangen. In Ländern außerhalb der EU (z. B. Türkei) fallen die Gebühren nach wie vor an. Das Abhören der Mailbox ist und bleibt unabhängig vom Standort kostenpflichtig, solange mit dem Anbieter nichts anderes vereinbart wurde.

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Roaming-Angebote verschiedener Anbieter

Abseits des einheitlichen EU-Standard-Tarifs halten viele Mobilfunkanbieter spezielle Auslandstarife und Tages-Flatrates bereit. Besonders Vertragskunden können hier von weitaus günstigeren Minutenpreisen profitieren.

Wichtig:

Bedenken sollten Sie allerdings, dass pro Gespräch noch Verbindungsgebühren anfallen. Daher lohnen sich spezielle Roaming-Angebote verschiedener Anbieter erst bei längeren Gesprächen.

Sollten Sie häufig im Ausland oder ein Vieltelefonierer sein, dann profitieren Sie von solchen speziellen Auslandstarifen (Optionstarife).

So vermeiden Sie hohe Kosten

Grundsätzlich sollten Sie auf die bedingte Rufumleitung im Ausland verzichten. Am besten ist es, die Mailbox vor der Reise ganz abzuschalten oder wenigstens die absolute Rufumleitung zu aktivieren.

Kosten vermeiden

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Wenn Sie ein Handy oder Smartphone ohne SIM-Lock besitzen (Entfernen der SIM-Karte problemlos möglich), greifen Sie während eines Auslandsaufenthalts auf Prepaid-Karten zurück.

Dadurch wird das Telefonieren und Surfen im Ausland besonders preiswert, weil sich die Entgelte nach den lokalen Gebühren richten. Zwar sind Sie für diese Zeit nicht mehr unter Ihrer bisherigen Nummer erreichbar, aber mit einem kurzen Anruf oder einer Mail über die Prepaid-Karte können Sie Ihren Freunden und der Familie die neue (Urlaubs-)Nummer schnell mitteilen.

Bei Ihrem Smartphone sollten Sie einige Funktionen wie automatische Updates, Standortbestimmungen, Chatfunktionen etc. abschalten. Außerdem ist es wichtig, auf die automatischen Warnhinweise des Smartphones zu achten, wenn das Datenroaming eine bestimmte Grenze erreicht.

Darüber hinaus gibt es im Ausland bereits an vielen Orten kostenlose WLAN-Zugänge.