Strompreisentwicklung in Deutschland

Der Strompreis ist in Deutschland über die vergangenen zehn Jahre stark angestiegen. Im Gegensatz zum Jahr 2000 hat sich der Preis pro Kilowattstunde Strom bis heute fast verdoppelt.

Anstieg Strompreisentwicklung

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Während dieser damals noch durchschnittlich bei 0,139 Euro lag, verlangen Stromanbieter heute rund 0,265 Euro pro Kilowattstunde. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Bildung des Strompreisniveaus. Verbraucherschützer, Konzerne und Politiker diskutieren seit Langem darüber, wo die Hauptgründe für steigende Energiekosten liegen.

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass sich der Strompreis aus folgenden Faktoren zusammensetzt: Stromeinkauf, Netzentgelte, Ökostrom-Umlagen sowie Steuern und Abgaben.

Stromhandel an der Börse

Zunächst kaufen Stromanbieter bei Stromerzeugern große Stromkontingente ein, um diese an ihre Kunden weiterverkaufen zu können. Der Einkaufspreis des Stroms ist also ein fester Bestandteil des Nutzungspreises.

Die Strombeschaffung selbst macht nach Schätzungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gut ein Viertel des Preises aus. Dazu kommen noch die Kosten für Service und Vertrieb, die gut 10 Prozent des Strompreises ausmachen.

Maßgeblichen Einfluss auf den derzeitigen Einkaufspreis des Stroms hat die Leipziger Strombörse.

Diese ist der europäische Handelsplatz, auf dem Strom an- und verkauft wird. Dort beteiligen sich derzeit 22 europäische Länder an dem Geschäft mit Kohle, Gas und Emissionszertifikaten. Allerdings wird nur ein kleiner Teil des deutschen Stroms tatsächlich an der Börse gehandelt.

Gut 85 Prozent werden über direkte Lieferverträge vertrieben.

Diese mittel- bis langfristigen Verträge werden außerhalb der Börse abgeschlossen. Somit kann man die gestiegenen Börsenpreise für die Strompreiserhöhung nicht verantwortlich machen.

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kWh


Netzentgelte und Ökostrom-Umlagen

Der Hauptteil des Strompreises entfällt auf Netznutzung, Steuern und Transportkosten. Experten schätzen, dass Netzentgelte zu rund 25 Prozent an der Strompreisbildung beteiligt sind.

Strompreisentwicklung

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Das Netzentgelt ist die Gebühr, die ein Versorger für die Durchleitung des Stromes durch das Netz bezahlen muss. Abhängig von der Strommenge, die durch das Netz fließt, wird ein Netznutzungsentgelt berechnet.

Die Bundesnetzagentur überprüft und reguliert diese Entgelte.

Auch die Produktion von Ökostrom wirkt sich auf die Strompreisbildung aus. Alle Stromkunden müssen sich an der sogenannten EEG-Umlage beteiligen. Diese sieht das „Erneuerbare Energien-Gesetz“ vor, nach dem alle Versorger erneuerbare Energien in das Netz einbringen müssen.

Die Erzeuger, beispielsweise aus den Bereichen der Wind- oder Solarenergie, erhalten für ihren produzierten Strom eine staatlich festgelegte Mindestvergütung.

Diese ist weitaus höher als die Kosten für herkömmlichen Strom. Kunden müssen für diese Mehrkosten aufkommen.

Die EEG-Umlage macht deshalb 5,3 Cent des Strompreises aus.

Strompreisentwicklung in Deutschland

Schätzungsweise 15 Milliarden Euro verdient der Staat jährlich am Strom. Neben der Stromsteuer, die rund 8,8 Prozent des Preises ausmacht, kommt neben der Mehrwertsteuer von 19 Prozent eine Konzessionsabgabe hinzu, die rund acht Prozent beträgt.

Diese ist für Gemeinden und Städte gedacht, deren Infrastruktur für die Stromverteilung genutzt wird.

Nach Schätzungen von Experten wird der Strompreis auch in Zukunft weiterhin ansteigen.

Laut Erwartungen der Deutschen Energieagentur (Dena) soll sich die EEG-Umlage noch erhöhen und vor allem die Privathaushalte stark belasten.

Anders als die großen Stromabnehmer, wie die Industrie, können diese keine Rabatte mit den Anbietern aushandeln. Dennoch leidet auch die Wirtschaft unter steigenden Preisen, denn gut 70 Prozent der Energie werden in Deutschland von der Industrie, Handel und Gewerbe verbraucht. Diese benötigt Strom, um Autos herzustellen, Produkte zu fertigen und Stahl zu kochen.

Durch ständig steigende Energierechnungen ist es den Unternehmen nicht möglich, mehr Geld in die Entwicklung neuer Technologien zu investieren. Steigende Strompreise wirken sich daher negativ auf den Industriestandort Deutschland aus.

Studie: Steigerung der Strompreise um 70 Prozent

Einer Studie zufolge sollen die Stromkosten aufgrund der Energiewende bis 2025 um 70 Prozent ansteigen.

Zahlreiche Fachleute machen den Atomausstieg und die erneuerbaren Energien dafür verantwortlich.

Andere Experten meinen, dass die Energiekonzerne Strompreissenkungen am Markt nicht an ihre Kunden weitergeben. Dadurch erwirtschaften sie schätzungsweise drei Milliarden Euro für überhöhte Stromrechnungen.

Auch die Tatsache, dass große Wirtschaftsunternehmen von der EEG-Umlage ausgenommen sind, wirkt sich in den Augen der Kritiker negativ auf die Preise für Privatnutzer sowie kleine und mittelständische Unternehmen aus.

Ideen gegen steigende Strompreise

Politiker streiten darüber, wie die Strompreise dauerhaft auszubremsen sind. Verbraucherschützer schätzen, dass jährlich bis zu 600.000 Kunden der Strom abgestellt wird. Viele können ihre Rechnung nicht mehr bezahlen.

Strompreisentwicklung Stromerhöhung

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Einige Fachleute machen vor allem den mangelnden Wettbewerb zwischen den großen Stromanbietern für den überhöhten Strompreis verantwortlich.

Auch die Argumentation, dass die Ökostrom-Umlage hauptsächlich an der stetigen Preiserhöhung beteiligt ist, weisen sie zurück. Seit 2002 sind die Preise um etwa 10 Cent/kWh angestiegen.

Der Zuschuss für die Umlage sei hingegen nur um drei Cent gestiegen.

Es lohnt sich also, den Wettbewerb anzukurbeln und überteuerten Stromanbietern den Rücken zuzuwenden. Neue Anbieter liegen häufig mit ihren Tarifen pro Kilowattstunde unter denen der regionalen Anbieter.

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