Die DSL Speed-Drosselung

Im Frühjahr 2013 erregte die Telekom Aufsehen mit ihrer Ankündigung, zukünftig das Volumen zur Nutzung der schnellen Datenübertragungsraten im DSL-Netz für Flatrate-Verträge zu begrenzen. Mit diesem Vorstoß beabsichtigt die Telekom als erster Internet-Anbieter, die im Mobilfunknetz seit Langem bekannte Speed-Drosselung auch für Internet-Zugänge im Festnetz einzuführen.

Was genau ist eine DSL Speed-Drosselung?

Die Speed-Drosselung oder Volumenbegrenzung ist im mobilen Internet schon länger weit verbreitet. Kaum eine mobile Internet-Flatrate der verschiedenen Mobilfunkbetreiber kommt ohne diese Geschwindigkeitsbegrenzung aus. Grundsätzlich gehen Telefon- und Internet-Kunden davon aus, dass eine Flatrate mit einer unbegrenzten Nutzung von Telefon- oder Internetzugängen einhergeht. Im Fall der Festnetz- und Mobilfunktelefonie trifft das auch zu. Wenn Sie eine Festnetz- oder Mobilfunkflatrate bei einem Anbieter buchen, können Sie beliebig lange und oft zum vereinbarten Pauschalpreis im Festnetz oder in vereinbarten Mobilfunknetzen telefonieren. Lediglich Auslands-Telefonate sind häufig vom Pauschalpreis der Flatrate ausgeschlossen. Dasselbe gilt für Ihren DSL-Zugang zum Internet. Mit der Buchung einer DSL-Flatrate ermöglicht Ihnen Ihr Netzbetreiber bisher noch die unbegrenzte Internet-Nutzung mit der vereinbarten DSL-Datenübertragungs-Geschwindigkeit.

Anders verhält es sich, wenn Sie mit Ihrem Mobilfunkbetreiber eine Flatrate zur Nutzung des mobilen Internets vertraglich vereinbaren. Sie erhalten zwar das Recht, zum Pauschalpreis während des gesamten Monats den mobilen Internetzugang Ihres Smartphones oder Surfsticks zu nutzen. Jedoch umfasst diese Vereinbarung in der Regel nicht während des ganzen Monats dieselbe Übertragungsgeschwindigkeit. Vielmehr ist die Übertragungsgeschwindigkeit einer mobilen Internet-Flatrate mit einer Volumenbegrenzung versehen. Überschreiten Sie das vereinbarte Volumen im Laufe eines Monats, so tritt die Speed-Drosselung ein und Sie müssen für den Rest des Monats mit einer geringeren Übertragungsgeschwindigkeit auskommen. In der Regel reduziert sich die Übertragungsrate vom UMTS-HSPA-Standard mit 7,2 Mbit pro Sekunde auf den älteren und langsameren GPRS- und EDGE-Modus mit einer Übertragungsrate von 64 kbit/s.

Wann und weshalb kommt die DSL Speed-Drosselung zum Einsatz?

Wie hoch Ihr Datenvolumen im schnellen Tarif sein wird, entscheiden Sie im Rahmen der Vertragsgestaltung selbst. Die meisten Mobilfunkanbieter sehen verschiedene Volumentarife von 200 bis 500 MB oder 1 GB vor. Erst bei Überschreiten des vereinbarten Volumens tritt die Speed-Drosselung ein. Wenn Sie das mobile Internet mit Ihrem Smartphone nutzen, werden Sie in der Regel mit dem vereinbarten Volumen auskommen, denn die Abfrage von E-Mails oder das Chatten in einem Social-Network sowie die Nutzung der meisten Apps für Android sowie iPhone und iPad kommen mit einem relativ geringen Datenvolumen aus. Mobile Internet-Nutzer, die jedoch Videos, Bilder und Musik in großen Mengen im Mobilfunknetz downloaden, können schnell an die Grenzen ihres Hochgeschwindigkeitsvolumens geraten. Viele Mobilfunk-Anbieter ermöglichen Ihnen die Buchung zusätzlicher Kapazitäten, wenn Sie im Laufe des Monats das vereinbarte Kontingent ausschöpfen. Dafür fallen dann jedoch zusätzliche Kosten an.

Als Grund für die Speed-Drosselung im mobilen Internet führen Mobilfunkanbieter regelmäßig die hohen Kosten der Mobilfunknetze an. Insbesondere große Downloadmengen verursachen einen größeren Aufwand und damit Kosten, die ohne eine Volumenbegrenzung letztendlich auf alle Flatrate-Nutzer umgelegt werden müssen. Mit dem Instrument der Speed-Drosselung soll eine gerechtere Kostenverteilung erreicht werden. Während die meisten Flatrate-Kunden mit dem vereinbarten Daten-Volumen im Hochgeschwindigkeits-Tarif auskommen, sollen die wenigen Vielnutzer allein für die von ihnen verursachten Kosten aufkommen.