Kündigen Sie Ihren Mobilfunkvertrag und sparen Sie Geld

Sie wollen Ihren Mobilfunkvertrag kündigen, weil Sie ein günstigeres Angebot gefunden haben oder unzufrieden sind?

Dabei müssen Sie einige Fallstricke umgehen. Lesen Sie hier, wie Sie reibungslos Ihren Mobilfunkvertrag beenden.

Informieren Sie sich zunächst in Ihrem Fest- bzw. Prepaid-Vertrag, in den AGB oder FAQ auf der Webseite Ihres Anbieters oder in Ihrem Account beim Anbieter über die Einzelheiten zur Kündigung.

Wichtig:

Schauen Sie insbesondere in Ihrem Vertrag nach, an wen Sie die Kündigung richten müssen.

Es gibt Mobilfunkanbieter, die ihre eigenen Netze betreiben – wie zum Beispiel Vodafone, Telekom, O2 und E-Plus. Haben Sie Ihren Vertrag bei diesen Anbietern abgeschlossen, so müssen Sie Ihre Kündigung meistens an diese adressieren.

Andere Mobilfunkbetreiber, beispielsweise Discounter wie DISCOTEL oder simply besitzen keine eigenen Netze, sondern sind Reseller eines Mobilfunkanbieters mit eigenem Netz. In diesem Fall richten Sie Ihre Kündigung an den in Ihrem Vertrag genannten Empfänger.

Adressieren Sie auch bei Prepaid-Verträgen Ihr Kündigungsschreiben an den im Vertrag, in den AGB oder auf der Webseite bezeichneten Empfänger.

Prüfen Sie in Ihrem Vertrag auf jeden Fall Ihre Kündigungsfrist

Bei der Kündigung müssen Sie gewisse Fristen einhalten, sonst verlängert sich Ihr Handyvertrag ohne weiteres Zutun.

Prepaid-Verträge enden in der Regel automatisch. Trotzdem sollten Sie auch diese kündigen, da manche Anbieter dennoch eine monatliche Gebühr verlangen, wenn die SIM-Karte nicht mehr gebraucht wird. Oft fordern sie die SIM-Karte wieder zurück. Zudem sollten Sie diese Verträge kündigen, wenn Sie Ihr Guthaben noch nicht komplett abtelefoniert haben. Die je nach Laufzeit entsprechende Kündigungsfrist ist in Ihrem Vertrag fixiert.

Üblicherweise werden die Handyverträge mit einer Mindestlaufzeit von bis zu zwei Jahren abgeschlossen.

Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall meistens drei Monate zum Ende der Laufzeit.

Gewöhnlich verlängert sich die Laufzeit des 24-monatigen Mobilfunkvertrages um bis zu zwölf Monate, wenn Sie Ihre Kündigungsfrist versäumt haben. Manche Anbieter verlängern die Laufzeit lediglich um ein halbes Jahr.

Handyvertrag ohne Mindestvertragslaufzeit

Bei Verträgen ohne Mindestlaufzeit oder bei speziellen Tarifen kann die Kündigungsfrist meistens bei sechs Wochen ab dem Zeitpunkt liegen, zu dem Ihr Kündigungsschreiben eingegangen ist.

Nur in Ausnahmefällen können Sie aus Ihrem Mobilfunkvertrag vor Ablauf der Mindestlaufzeit außerordentlich aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist aussteigen. Entnehmen Sie Ihrem Vertrag, wann das der Fall ist.

Auf jeden Fall besteht per Gesetz ein Sonderkündigungsrecht gegenüber allen Anbietern mit einer Frist von ca. einem Monat, wenn sich deren Leistungen verschlechtern. Auch im Fall einer Gebührenerhöhung dürfen Sie auf das Sonderkündigungsrecht zurückgreifen. Eine Kompensation einer Preiserhöhung mit anderen Vergünstigungen ist nicht erlaubt.

Die Kündigungsfrist beginnt ab dem Inkrafttreten der Vertragsänderungen.

Die exakte Frist des Sonderkündigungsrechts steht in den AGB des Anbieters.

Haben Sie Ihr Prepaid-Handy über einen gewissen Zeitraum nicht mehr aufgeladen, so endet der Prepaid-Vertrag meistens automatisch. In einigen Fällen beträgt die Kündigungsfrist einen Monat. Werfen Sie aber zur Sicherheit diesbezüglich einen Blick in die AGB Ihres Anbieters.

Notwendiger Inhalt der Kündigung

Kündigen Sie Ihren Handyfest- oder Prepaid-Vertrag in Schriftform und unterzeichnen Sie Ihr Schreiben. Nennen Sie in Ihrer Kündigung Ihren Namen, Ihre Adresse, Kunden- und Rufnummer.

Legen Sie besonderen Wert darauf, dass Ihr Kündigungsschreiben die richtige Kunden- und Handynummer enthält.

Teilen Sie auch den Termin mit, zu dem Ihre Kündigung wirksam werden soll. Meistens ist es der letzte Tag Ihrer Vertragslaufzeit.

Kündigen Sie alle Zusatzleistungen und -vereinbarungen wie zum Beispiel Klingelton-Abo oder eine Diebstahlversicherung.

Vertrag kündigen

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Richten Sie vorsichtshalber auch an deren Anbieter ein separates schriftliches Kündigungsschreiben.

Verlangen Sie außerdem eine schriftliche Bestätigung Ihrer Kündigung, in der Ihre Daten und insbesondere der Termin des Vertragsendes genannt werden.

Weisen Sie ggf. darauf hin, dass Sie die Kündigungsbestätigung für die Mitnahme Ihrer Rufnummer zum neuen Anbieter benötigen. Teilen Sie im Kündigungsschreiben mit, dass Sie nicht wegen neuer Angebote kontaktiert werden wollen. Manche Anbieter stellen auf ihrer Webseite ein automatisch generiertes Kündigungsschreiben zur Verfügung.

Wann muss Ihre Kündigung den Empfänger erreichen?

Sie muss den Mobilfunkanbieter rechtzeitig vor Ablauf der Kündigungsfrist per Fax oder Brief erreichen.

  • Es gilt das Eingangsdatum und nicht das Datum des Poststempels, an dem Sie das Schreiben abgeschickt haben. Kündigen Sie daher nicht erst kurz vor Fristende.
  • Zudem geschieht es oft, dass eine Postsendung oder ein Fax den Empfänger nicht erreicht. Daher sollten Sie Ihre Kündigung auf jeden Fall per Einschreiben mit Rückschein versenden.

Mit diesen einfachen Mitteln können Sie beweisen, dass Ihr Kündigungsschreiben auch wirklich bei Ihrem Mobilfunkanbieter angekommen ist und es auch akzeptiert wurde. Bei einem Einschreiben mit Rückschein bestätigt der Empfänger mit seiner Unterschrift den Erhalt. Hintergrund: Bei Rechtsstreitigkeiten reicht die bloße Behauptung, das Schreiben rechtzeitig versendet zu haben, nicht aus.

Was passiert nach Ihrer Kündigung?

Meistens versuchen die Mobilfunkanbieter, die Kündigung zu verhindern. So erhalten Sie oft per Mail, Post oder Telefon eine Vergünstigung oder ein vorteilhafteres Vertragsangebot, damit Sie Ihre Kündigung widerrufen.

Beachten Sie bei telefonischen Angeboten, dass der Widerruf der Kündigung schon per Telefon möglich ist.

Nehmen Sie das Angebot nicht an, so erhalten Sie von Ihrem Anbieter eine Kündigungsbestätigung und Ihr derzeitiger Vertrag erlischt zum Ende der Laufzeit. Ihre Rufnummer sowie SIM-Karte werden zum Laufzeitende abgestellt bzw. deaktiviert. Prüfen Sie in Ihrem Vertrag, ob und innerhalb welcher Frist Sie Ihre SIM-Karte zurückschicken müssen.

Wichtig:

Handys oder Smartphones, die im Rahmen eines Festvertrages günstiger oder in einem Prepaid-Bundle gekauft wurden, müssen Sie bei manchen Anbietern entsperren lassen. Häufig besitzen solche Mobiltelefone einen SIM-Lock, der verhindert, dass Sie Ihr Handy nach dem Vertragsende mit der SIM-Karte Ihres neuen Anbieters weiterbenutzen können.

Hintergrund: Mit dem SIM-Lock will der Handyanbieter den Käufer an sich binden. Zur Entfernung der Sperre brauchen Sie die 15-stellige IMEI (International Mobile Equipment Identity)-Nummer Ihres Mobiltelefons.

Ihre IMEI-Nummer ermitteln Sie zum Beispiel, indem Sie die Kombination *#06# in Ihr Handy eingeben. Sie müssen dabei nicht die Anruf-Taste drücken. Diese Nummer erscheint automatisch nach der Eingabe des letzten Zeichens. Notieren Sie sich die Nummer und bewahren Sie sie an einem sicheren Ort auf. Die IMEI-Nummer Ihres iPhones steht auch in den „Einstellungen“.

So klappt es mit der Portierung Ihrer Rufnummer

Bei Vertrags- sowie Prepaid-Handys können Sie Ihre Rufnummer mitnehmen, wenn Sie zu einem neuen Anbieter wechseln und dieser die Portierung anbietet. Üblicherweise bieten alle großen Mobilfunkanbieter diese Dienstleistung. Anders kann es dagegen bei vielen Handy-Discountern aussehen.

Damit die Rufnummernportierung reibungslos über die Bühne geht, müssen Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • 1. In Ihrem neuen Handyvertrag müssen die gleichen Daten stehen wie im früheren Vertrag. Beachten Sie dies insbesondere bei einem Namenswechsel infolge Heirat oder Scheidung.
  • 2. Kündigen Sie zunächst Ihren derzeitigen Handyvertrag und lassen Sie sich die Kündigung von Ihrem bisherigen Handyanbieter mit allen relevanten Daten bestätigen.
  • 3. Kündigen Sie Ihren Prepaid-Vertrag, lassen Sie sich die Kündigung bestätigen und laden Sie die Mitnahmegebühr auf Ihr Prepaid-Konto auf.
  • 4. Beantragen Sie, nachdem Sie die Kündigungsbestätigung erhalten haben, bei Ihrem neuen Mobilfunkanbieter unter deren Vorlage die Rufnummernportierung.

Sie können den Antrag frühestens vier Monate vor Laufzeitende und spätestens bis zu 31 Tage nach dem Ende des alten Vertrages stellen.

Rufnummernmitnahme

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Allerdings sollten Sie den Mitnahmeantrag lieber 9 bis 14 Tage vor Ablauf des alten Vertrages stellen, wenn Sie pünktlich nach Vertragsende bei Ihrem neuen Vertragspartner unter Ihrer alten Rufnummer erreichbar sein wollen.

Kalkulieren Sie dabei eine Bearbeitungszeit von bis zu 9 Tagen ein. Nach Eingang des Mitnahmeantrags und Kündigungsbestätigung stellt Ihr derzeitiger Mobilfunkanbieter Ihre Nummer gegen Einmalkosten frei. Bei Ihrem neuen Anbieter entstehen dagegen keine weiteren Kosten.

Oft gewährt er Ihnen sogar einen Bonus für die Mitnahme Ihrer Rufnummer.