Erdgasförderung in Deutschland und der Welt

Erdgas

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Erdgas ist heutzutage, hinter Hartkohle und Erdöl, der wichtigste Energieträger. Im Jahr 2011 hatte er mit 24 Prozent einen großen Anteil am weltweiten Energiemix.

Die Nachfrage nach dem fossilen Brennstoff vergrößert sich vor allem in den Schwellenländern stetig.

2011 stieg die weltweite Fördermenge um drei Prozent, auf insgesamt 3.337 Milliarden Kubikmeter, an.

Woher stammt das Erdgas?

Erdgas besteht aus einer Mischung von Kohlenwasserstoffen, die unterirdisch gelagert sind. Häufig ist es in denselben Regionen wie Erdöl zu finden und sammelt sich linsenförmig über diesem an.

Wird die Lagerstätte geöffnet, beispielsweise durch Bohrungen, entweicht das Erdgas ganz von selbst, da es unter großem Druck steht. In Industrieländern wird das Erdgas mit Tankschiffen oder über Pipelines abtransportiert.

Erdgas kommt größtenteils in Heizungen oder als Kraftstoff in Autos zum Einsatz. Es kann aber auch zur elektrischen Stromerzeugung genutzt werden.

Erdgasförderung in Deutschland

In Wien fand man 1844 zum ersten Mal den Rohstoff Erdgas unter europäischer Erde. Bei Neuengamme in Hamburg wurde Erdgas 1910 zum ersten Mal auf deutschem Boden gefunden. Seinen Haupteinsatz in Heizsystemen fand der fossile Energieträger jedoch erst in den 1960er Jahren. Seitdem hat sich vieles getan.

Mehr als 18 Millionen Haushalte halten heutzutage ihre Häuser mit Erdgas warm. Rechnet man die Haushalte, die mit Gas kochen und ihr Wasser erwärmen hinzu, so sind rund 50 Prozent der Deutschen vom Gas abhängig. Allerdings stammt nur ein kleiner Teil des Energieträgers auch aus Deutschland.

Ein Großteil des Gases, rund 37 Prozent, wird aus Russland bezogen. Norwegen liefert rund 26 Prozent, die Niederlande etwa 18 Prozent und Deutschland steuert lediglich 15 Prozent zu unserem Gas-Mix hinzu.

Bundesländer fördern unterschiedliche Mengen Erdgas

In jedem Bundesland sind die Erdgasvorkommen unterschiedlich. Das meiste Gas wird jährlich in Niedersachsen gefördert. 2012 stammten rund 96 Prozent des deutschen Erdgases aus diesem Bundesland.

Zu den zehn produktionsstärksten Erdgasfeldern der Bundesrepublik zählen die niedersächsischen Erdgasfelder Langwedel-Völkersen, Bötersen und Hemsbünde im Rotenburgischen. Rund 2,5 Milliarden Kubikmeter des Gases werden hier jährlich gefördert.

Fracking

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Schätzungsweise in zehn bis 20 Jahren gehen die Ressourcen auf diesen Feldern zur Neige. Es werden jedoch stetig weitere Probebohrungen durchgeführt, um neue Erdgasfelder zu erschließen. Vor allem gegen das sogenannte „Fracking“ gibt es kritische Stimmen. Bei diesem Vorgang werden Millionen Liter Wasser, versetzt mit giftigen Chemikalien, in die Schichten gepresst, die das Gas enthalten, um diese aufzubrechen und zu fördern.

Zwar wird auch in anderen deutschen Bundesländern Erdgas gefördert, aber bei Weitem nicht solche Mengen wie in Niedersachsen. Schleswig-Holstein steuert jährlich zwischen zwei und drei Prozent des Erdgases zum deutschen Mix bei, Sachsen-Anhalt rund 1,5 Prozent und die anderen Bundesländer fördern jeweils weniger als ein Prozent des gesamten Erdgases.

Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern mit 0,01 Prozent und Hamburg, das gar kein Erdgas fördert.

Die zehn größten Erdgas Förderländer

Geschätzte 67 Jahre werden die bisher nachgewiesenen Erdgas-Vorräte noch reichen. Vor allem im Nahen Osten und in den sogenannten ehemaligen GUS-Staaten (ein Zusammenschluss verschiedener Nachfolgestaaten der Sowjetunion) wird ein Großteil der noch unentdeckten Gasvorräte vermutet.

Derzeit stammt ein Großteil des weltweit geförderten Erdgases aus Russland und den USA, die rund 18,5 und 20 Prozent des Gases fördern.

So setzten sich die geförderten Gasmengen 2011 zusammen:
(Land, Fördermenge in Milliarden Kubikmeter, Anteil an der Weltförderung)

  • USA: 651,3; 20%
  • Russland: 607,0; 18,5%
  • Kanada 160,5; 4,9%
  • Iran: 151,8; 4,6%
  • Katar: 146,8; 4,5%
  • China: 102,5; 3,1%
  • Norwegen: 101,4; 3,1%
  • Saudi-Arabien: 99,2; 3,0%
  • Algerien: 78,0; 2,4%
  • Indonesien: 75,6; 2,3 %

Die Gasfördermengen sind in den letzten zehn Jahren stark angestiegen. Lagen sie 2001 noch bei rund 2477 Milliarden Kubikmetern, wurden zehn Jahre später bereits 3276 Milliarden Kubikmeter gefördert.

Die weltweiten Fördermengen in der Übersicht:
(Jahr/Milliarden Kubikmeter Gas)

  • 2001: 2477,2
  • 2002: 2518,9
  • 2003: 2616,6
  • 2004: 2688,5
  • 2005: 2770,4
  • 2006: 2869,4
  • 2007: 2939,3
  • 2008: 3047,2
  • 2009: 2955,9
  • 2010: 3178,2
  • 2011: 3276,2

Die größten Erdgas-Unternehmen

Die folgende Übersicht zeigt die Erdgasunternehmen mit ihren jährlichen Fördermengen (in Milliarden Kubikmetern) und ihrem Anteil an der Weltförderung.

Ihr liegen Werte aus dem Jahr 2007 zugrunde:

  • Gazprom (Russland), 549,6; 18,2%
  • Sonatrach (Algerien), 93,7; 3,1%
  • BP (Großbritannien), 84,2; 2,8%
  • National Iranian Oil Company (Iran), 84,1; 2,8%
  • Saudi Aramco (Saudi-Arabien), 82,7; 2,7%
  • ExxonMobil (USA), 76,0; 2,5%
  • Turkmengaz (Turkmenistan), 72,3; 2,4%
  • Uzbekneftegaz (Usbekistan), 65,3; 2,2%
  • Royal Dutch Shell (Niederlande), 63,7; 2,1%
  • PEMEX (Mexiko), 62,6; 2,1%

Welche Länder verbrauchen am meisten Erdgas?

Zwischen 2001 und 2011 stieg der Erdgasverbrauch drastisch an: Der weltweite Bedarf wuchs um 3223 Milliarden Kubikmeter – das entspricht rund 31 Prozent – an.

Im Mittleren Osten und Asien stieg die Nachfrage um 90 Prozent. 2010 wurden weltweit rund 3249 Milliarden Kubikmeter Gas verbraucht.

Zu den größten Gaskonsumenten in diesem Jahr zählten:
(Land, Milliarden Kubikmeter Gas, Anteil am weltweiten Gesamtverbrauch)

  • USA: 683,4; 21,0%
  • Russland: 458,1; 14,1%
  • Iran: 136,9; 4,2%
  • China: 108,9; 3,4%
  • Deutschland: 95,9; 3,0%
  • Japan: 94,5; 2,9%
  • Großbritannien: 93,8; 2,9%
  • Kanada: 93,8; 2,9%
  • Saudi-Arabien: 83,9; 2,6%
  • Italien: 83,0; 2,6%