DSL in Deutschland: So entsteht es

DSL ist ein Begriff, der im Bereich der Telekommunikation weit verbreitet ist. Die Abkürzung steht für Digital Subscriber Line, also für einen digitalen Teilnehmeranschluss, der sowohl Telefon- als auch Datensignale übertragen kann. Die DSL-Technik ermöglicht den Austausch digitaler Daten über einen herkömmlichen Telefonanschluss. Sie ersetzt das langsame und wenig leistungsstarke Telefonmodem sowie teure ISDN-Verbindungen. In Deutschland ist die DSL-Anschlusstechnik seit dem Ende der 1990er Jahre weit verbreitet.

Seit sich Mitte der 1990er Jahre Internetanschlüsse von privaten Computern zunehmend großer Bedeutung erfreuen, nimmt der Wunsch nach schnellen und sicheren Datenverbindungen verstärkt zu. Allgemein wird das Jahr 1990 als Startpunkt des Internets für die kommerzielle Nutzung angesehen. Bis dahin diente es als „Arpanet“ vorwiegend militärischen und wissenschaftlichen Zwecken. Das noch junge Internet erlaubt zwar den Austausch großer Datenmengen, erfordert aber mit langsamen Modem-Verbindungen Geduld. Der Wunsch nach schnellen, leistungsfähigen Internetzugängen beflügelt den Entdeckergeist der Technik- und Internet-Pioniere.

Erste Entwicklungen

Bereits seit Ende der 1980er Jahre gibt es erste Entwicklungen, die als Vorreiter der heutigen DSL-Technik gelten. Zu Beginn steht die schnelle und sichere, aber auch teure Internet-Technologie HDSL vorwiegend professionellen Nutzern zur Verfügung. Die Nutzung der digitalen Signaltechnik erfolgt in verschiedenen Formaten wie z.B. ANSI in den Vereinigten Staaten und ETSI in Europa. Um zuverlässige und weitreichend einsetzbare Standleitungen zu gewährleisten, bedarf es einer Standardisierung und Kostenreduzierung. Daher gilt die Verwendung der bereits vorhandenen Telefon-Kupferleitungen ebenso als wichtige Voraussetzung für die Durchsetzung des Systems, wie die Möglichkeit, hohe Datenraten über größere Reichweiten zu übertragen. Mit Erfüllung dieser Voraussetzungen entstehen in der zweiten Generation das SDSL und später das ADSL.

Die Internetnutzung sowohl im professionellen als auch im privaten Bereich steigt in den 1990er Jahren rapide an. Gleichzeitig überschlagen sich die Entwicklungen bei den Zugangstechniken. Um der großen Nachfrage nach Internet-Zugängen gerecht zu werden, entscheiden sich die Netzbetreiber für die neu entwickelte ADSL-Technik und genehmigen sie auf internationaler Ebene für die gemeinsame Nutzung im Telefonnetz.

ADSL als Impulsgeber für schnelle und sichere Internet-Verbindungen

Eine Besonderheit des ADSL-Netzes ist der gegenüber seinen Vorgängern deutlich geringere Stromverbrauch. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass das ADSL-Netz für die Datenübermittlung mit nur einem Adernpaar auskommt. Die gleichzeitig reduzierte Reichweite wird durch den Ausbau des Netzes als Backbone-Netz kompensiert. Zur vereinfachten Namensgebung verbreitet sich in Deutschland die Bezeichnung DSL zunächst für die ADSL-Technik und später synonym für andere Breitband-Internetzugänge über Satellit oder das Glasfaser-Kabelnetz. Diese einheitliche Bezeichnung ist nur in Deutschland verbreitet.

Da die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit des Internets und der dazu erforderlichen Verbindungstechniken laufend fortschreiten, kommt auch die DSL-Entwicklung nicht zum Stillstand. Das ursprüngliche ADSL-Netz wird insbesondere für die datenintensive Übertragung von Videos mit neuen Techniken und größeren Datenübertragungsraten ausgebaut. Während das Ziel in den Anfangszeiten noch bei einer Bitrate von 2,048 Mbit pro Sekunde angesiedelt ist, leisten moderne ADSL2+-Netze ab 2005 bereits Übertragungsraten von bis zu 24 Mbit in der Sekunde. Die neueste DSL-Technik, die seit 2006 in einigen Bereichen verfügbar ist, realisiert als VDSL und VDSL2 bereits Bitrates von bis zu 100 Mbit pro Sekunde. Diese Leistung soll mit voranschreitendem Ausbau des Glasfaser-Kabelnetzes in absehbarer Zeit zum internationalen Standard für kabelgebundene Breitband-Netze werden.