BlackBerry OS

BlackBerry Q10

Als der BlackBerry Ende der 1990er Jahre auf den Markt kam, schien er die Antwort auf die sehnsüchtigsten Hoffnungen ganzer Branchen: Medienleute, Vertriebler – sie alle stürzten sich auf den großen, neuen, schicken Rivalen sämtlicher damals aktueller Handys.

Der BlackBerry konnte mehr von allem!

Besonders die ausgefeilte E-Mail-Technik machte das Gerät zum idealen Werkzeug ganzer Berufsgruppen. Dem installierten Browser schenkte man in dieser Zeit nur wenig Aufmerksamkeit. Im Vordergrund des Interesses standen die Mail- und Organizer-Funktionen.

Trends der Branche verschlafen

Auch in anderer Hinsicht erwies sich der BlackBerry als Impulsgeber. Der Trackball im BlackBerry Pearl war für viele Handys Vorbild, Farbdisplay gab es bei BlackBerry schon länger, nur mit dem Touchscreen deutete sich erstmals an, dass der Stern des BlackBerrys möglichweise zu sinken begann: Plötzlich sprach alle Welt vom iPhone, kurz darauf raunte man „Android“ (das Betriebssystem von Google läuft u. a. auf Samsung-Geräten). Und BlackBerry galt, wenn nicht als altes Eisen, dann aber zumindest nicht mehr als ganz so smart. Tatsächlich schien man im kanadischen Unternehmen ein wenig den Anschluss an die Kundenwünsche verpasst zu haben.

Die Revolution: BlackBerry 10

BlackBerry 10

© BlackBerry

Januar 2013 – endlich war es so weit.
Nach etlichen Verzögerungen konnte RIM das neue Betriebssystem „Blackberry 10“ vorstellen und zeitgleich sechs neue Smartphones.

Das Hauptaugenmerk der Neuentwicklung gilt der Erweiterung in Richtung Spaß. Nicht nur soll es Managern die Arbeit erleichtern, sondern vorallem dem iPhone und den Android-Geräten Paroli bieten. Ob das gelingen kann, bleibt trotz exzellenter Technologie, abzuwarten.

Sinkende Marktanteile

Als im letzten Quartal 2012 die Zahl der Kunden, die ein BlackBerry nutzen, um eine Million sank,
wurde deutlich: Der BlackBerry ist in die Krise geraten.

Mittlerweile scheint der Druck, der auf RIM lastet, enorm. Apples iPhone und die Smartphones von Samsung liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst der Käufer. Der BlackBerry hingegen hat als angeblich in die Jahre gekommenes Gerät einen schweren Stand. Er gilt unter den Kunden nicht als cool.

BlackBerry World

Mit zwei Überlegungen hat RIM den Kampf aufgenommen. Zum einen wurde mit der „BlackBerry World“ ein Onlineshop installiert, auf dem eigens und ausschließlich Apps für BlackBerry OS vertrieben werden. Die BlackBerry World ist eine eigene App, die den Zugang zum Store ermöglicht (die Anwendung erfordert das Betriebssystem BlackBerry 5.0.0 oder höher). Zurzeit sind etwa 120.000 Apps erhältlich, ca. ein Viertel davon kostenlos. Täglich sollen laut Angaben aus dem Unternehmen mehr als 6 Millionen Downloads angefordert werden. BlackBerry World erlaubt es zusätzlich, Apps als Geschenk zu kaufen.

Es brauche, sagte der aus Deutschland stammende Chef von BlackBerry, mehr als nur ein paar Quartale, um dorthin zu gelangen, wohin das Unternehmen wolle.

Mittlerweile werden in die strategischen Überlegungen bei RIM Gedankenspiele aufgenommen, die sich mit einem Verkauf des eigenen Unternehmens beschäftigen. In diesen Überlegungen spielen zusätzlich auch Pläne nach strategischen Partnerschaften eine Rolle (Joint Ventures).